Weltoffen und ambitioniert mit „UNESCO“ und „AbiBac“

 

Sprachen spielen am Luisen-Gymnasium eine besondere Rolle: Sie verbinden Menschen und eröffnen besondere berufliche Perspektiven.SozialesEngagement, soziales Lernen und Leistungsorientierung sind keine Gegensätze. Diese Mischung spiegelt sich nicht nur im Schulprogramm des Luisen-Gymnasiums mit den Säulen „UNESCO-Projekt-Schule“ und „AbiBac-Schule“, sondern auch im Unterrichtsalltag wider. Wer sich am Luisen-Gymnasium anmeldet, hat die Auswahl: Hier wird schon in Klasse 5 neben Englisch auch Französisch angeboten. In Klasse 6 kann dann zwischen Französisch und Latein gewählt werden. In Klasse 8 gibt es das bilinguale Angebot „La civilisation francaise“ oder Russisch als weitere Fremdsprache. In der Oberstufe können die Schülerinnen und Schüler zusätzlich noch Italienisch wählen, das auch im Leistungskurs angeboten wird. Komplettiert wird das Unterrichtsangebot im Bereich der Fremdsprachen durch eine Niederländisch-AG, die den Schülerinnen und Schülern die Perspektive eines Studiums in den Niederlanden eröffnet. Dementsprechend liegen die Leistungen der Luisen-Schüler im Bereich der Fremdsprachen im Abiturbereich deutlich über dem Landesschnitt. Dies gilt insbesondere für Französisch, da die Schülerinnen und Schüler des AbiBac-Bildungsganges gleichzeitig das deutsche Abitur und das französische Baccalauréat erwerben. Die weit überdurchschnittlichen Leistungen dieser Schülerinnen und Schüler eröffnen ihnen auch außergewöhnliche berufliche Perspektiven. Die Schüler dieses im Regierungsbezirk Düsseldorf einmaligen Ausbildungsganges kommen nicht nur aus Düsseldorf, sondern aus der näheren und weiteren Umgebung. Sie nehmen einen weiten Schulweg und die erhöhten Belastungen eines doppelten Ausbildungsganges in Kauf, profitieren jedoch in besonderem Maße von dem Angebot des Luisen-Gymnasium. Die Absolventen dieses Bildungsganges werden aufgrund ihrer außerordentlichen Sprachkompetenz und Leistungsbereitschaft von weltweit agierenden Konzernen und internationalen Firmen umworben, da Frankreich immer noch der wichtigste Handelspartner für Deutschland ist. Viele ‘Ehemalige’ dieses Bildungsganges studieren mittlerweile in Paris, London, Lille … Mode, Medienwissenschaften, Literaturwissenschaft oder Jura (zweisprachig in Berlin oder Paris) etc… Wir konnten in den beiden letzten Ausbildungsgängen aber auch zwei Absolventen direkt an Firmen vermitteln, z. B. an Daimler Benz in Paris. Die zweisprachige Ausbildung dieser Schüler wird später in Stuttgart fortgesetzt. Im positiven Fall (bei guten Noten) kann auch später, finanziert durch Daimler Benz, in Paris studiert werden.

„Luise spricht viele Sprachen“ ist deshalb auch Leitmotiv des jährlichen Informationstages bei dem die Schule ihr Sprachkonzept interessierten Grundschülern, Gymnasiasten und angehenden Oberstufenschülern vorstellt, die sich nach Erwerb des mittleren Schulabschlusses für das „AbiBac“ interessieren.

Mit der Vielfalt der Sprachen geht auch eine Vielfalt der kulturellen und landeskundlichen Bildung einher: die Schülerschaft des Luisen-Gymnasiums bringt die kulturellen Voraussetzungen mit, auf die der Unterricht in vielen Fächern, fächerübergreifenden Projekten, berufsbegleitenden Maßnahmen und sozialen Projekten zurückgreifen kann, um darauf aufzubauen. Diesen Gedanken trägt das Luisen-Gymnasium seit 15 Jahren auch als UNESCO-Projektschule Rechnung: UNESCO-Themen werden in verschiedenen Fächern, insbesondere aber auch in einer im Bereich der Gesellschaftswissenschaften angesiedelten Ergänzungsstunde der Jahrgangsstufe 9, behandelt. Im laufenden Schuljahr werden sich alle Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit allen Lehrerinnen und Lehrern z. B. zum diesjährigen 60. Geburtstag der Verkündung der Menschenrechte während eines Projekttages im Unterricht mit unterschiedlichen Fragen der Völkerverständigung und dem UNESCO-Gedanken beschäftigen.

 

Ein weiteres Ziel der Ausbildung am Luisen-Gymnasium ist die Stärkung der Naturwissenschaften. Mit Blick auf einen großen Teil zukunftsweisender Berufsbilder wurde zu Beginn dieses Schuljahres in den Klassen 5 und 7 jeweils eine zusätzliche Stunde Experimentalunterricht in den Naturwissenschaften (fächerverbindend für Biologie, Chemie und Physik) eingeführt.

Neben einer Naturwissenschafts-AG für die Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen, in der ebenfalls großer Wert auf die Durchführung von Experimenten gelegt wird, werden schulinterne Wettbewerbe zu kleineren naturwissenschaftlichen Fragestellungen ausgeschrieben. Zudem haben Schüler der Schule schon mehrfach erfolgreich an Wettbewerben wie „Chemie entdecken“, „Biologisch“ bzw. an der Biologie-Olympiade teilgenommen. Projekttage in den Naturwissenschaften (Physik in Klasse 6, Biologie in Klasse 7 und Chemie in Klasse 9) komplettieren das Angebot der Schule im Bereich der Naturwissenschaften. In der Sekundarstufe II werden am Luisen-Gymnasium Leistungskurse in allen naturwissenschaftlichen Fächern angeboten. Zudem gehören Besuche der Universität Düsseldorf, die der Heranführung der Schülerinnen und Schüler an die entsprechenden Studienfächer dienen, zum Standardprogramm. Sie sind von großer Bedeutung für die Schülerinnen und Schüler, die schon während der Schulzeit die Möglichkeit erhalten, die eigenen Fähigkeiten in den naturwissenschaftlichen Fächern zu erproben, um eine gute fundierte Entscheidung bei der Wahl der Studienfächer und damit der späteren Berufswahl treffen zu können. Die besonderen Förderschwerpunkte im Bereich der Sprachen und der Naturwissenschaften dienen der Vorbereitung auf Wettbewerbe und damit auch der individuellen Förderung besonders begabter Schülerinnen und Schüler.

 

Begabungsanalyse und Begabtenförderung sind weitere Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit, die das Kollegium zurzeit ausbaut. Eine enge Kooperation mit dem CCB Düsseldorf, das sich in für die Bundesrepublik einmaliger Weise als Zentrum für Begabungsdiagnostik und Bündelung von Fördermaßnahmen für begabte Schüler etabliert hat, schafft Möglichkeiten inner- und außerschulischer Förderung. Dabei ist der Begabungsbegriff bewusst weit gefasst: Individuelle Begabungen aller Schüler zu erkennen und zu fördern ist das Ziel unseres Unterrichts. Angebote wie Vorversetzung, Drehtürmodelle, Enrichmentangebote, Arbeitsgemeinschaften, Schüleruniversität, eine Vielzahl von Wettbewerben, außerschulische Projekte mit Partnern aus Wirtschaft und Kultur gehören ebenso zur Begabtenförderung unserer Schule wie die für alle Schüler verpflichtenden Förderstunden im Bereich der sprachlichen Kompetenzen, wie sie etwa in Klasse 6 und 8 angeboten werden. Lehrer und Lehrerinnen mit Zusatzqualifikationen im Bereich der Begabtenförderung unterstützen diese Arbeit.
Aber auch die Sicherung der Schullaufbahn für Schülerinnen und Schüler, die zeitweilig einer besonderen Unterstützung bedürfen, wird am Luisen-Gymnasium groß geschrieben. Das Projekt „Schüler helfen Schülern“ basiert darauf, dass Schüler der Oberstufe durch ein zusätzliches Angebot eine Unterstützung für Schülerinnen und Schüler mit Leistungsdefiziten in den Hauptfächern (Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen) anbieten. Wenn heute oft bemängelt wird, dass Schüler nicht bereit seien, sich ehrenamtlich zu engagieren, dann muss man feststellen, dass das am Luisen-Gymnasium nicht gilt: Es gibt eine Vielzahl von Oberstufenschülerinnen und -schülern, die bereit sind, sich unentgeltlich in dem Projekt „Schüler helfen Schülern“ zu engagieren.
Das besondere soziale Engagement der Luisenschüler kommt auch in der Kooperation mit dem „Evangelischen Krankenhaus“ (EVK) am Fürstenwall zum Ausdruck. Hier gehört es zur Tradition der Schule, dass sich Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 ehrenamtlich im Krankenhaus bzw. dem angeschlossenen Altenheim engagieren. Im Rahmen der UNESCO-Projektschularbeit wurden in Spendenläufen bereits mehrfach fünfstellige Beträge erlaufen und zur Unterstützung einer Schule im afrikanischen Township Themba genutzt.
Ambitionen hat das traditionsreiche Luisen-Gymnasium auch weiterhin: Im Rahmen des Ausbaus des Ganztagsunterrichts hat die Schulleitung beantragt, den denkmalgeschützten Dachboden zu einer Mensa auszubauen, die den Schülerinnen und Schülern ermöglichen soll, gemeinsam ein Mittagessen einzunehmen, zu spielen und die Zeit bis zum Nachmittagsunterricht miteinander zu verbringen.
Die erfolgreiche Arbeit des Luisen-Gymnasiums kann eigentlich nur ermessen, wer erlebt hat, wie Schülerinnen und Schüler, die erst wenige Jahre in Deutschland leben und Deutsch zunächst als Fremdsprache erlernen mussten, um eine gymnasiale Laufbahn am Luisen-Gymnasium zu bewältigen, ein Abiturzeugnis mit einer 1 vor dem Komma in Händen halten. Mit Recht kann man mit diesen Schülern stolz auf das Erreichte sein - heißt es nun Abitur, Baccalauréat oder eine gesicherte Plattform für eine solide Berufsausbildung.

 

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